Immun-Zellen befinden sich an unterschiedlichsten Orten im Körper, um dort unerwünschte Eindringlinge abzuwehren. Hierzu gehören Blut, Haut, Schleimhäute und das lymphatische System. Am stärksten ausgeprägt ist das Immunsystem im Darm, denn hier gelangen über die Nahrung besonders viele potenziell schädliche Stoffe in den Körper. Es macht rund 80 Prozent des gesamten Immunsystems aus.
Damit sich Krankheitserreger gar nicht erst ungehindert in unserem Organismus verbreiten können, besitzen wir an Stellen, die Kontakt zur Außenwelt haben, mechanische und biochemische Schutzmechanismen. Im Darm stellt die Dünndarmschleimhaut eine solche Barriere dar. Mit ihren Schleusen sorgt sie dafür, dass Nährstoffe in die Blutbahn gelangen, während Krankheitserreger oder andere Schadstoffe im Darm verbleiben und schließlich ausgeschieden werden.

Was schwächt das Immunsystem?
Ein geschwächtes Immunsystem kann verschiedene Gründe haben. Umwelteinflüsse wie das Klima, Schadstoffe in der Luft oder die Belastung durch Viren und Bakterien wirken tagtäglich auf unseren Körper ein und können das Immunsystem belasten. Auch Bewegungsmangel verringert die Widerstandsfähigkeit des Immunsystems gegenüber Krankheitserregern und fördert so die Infektanfälligkeit.
Dauerstress führt nicht nur zu einem erhöhten Cortisol-, Blutzucker- und Insulinspiegel, sondern zehrt auch stark an unseren Abwehrkräften. Die Ernährung hat den größten Einfluss auf den Stoffwechsel. Eine ungeeignete Ernährung kann deshalb auf Dauer nicht nur Immunsystem und Stoffwechsel ausbremsen, sondern sogar zu schwerwiegenden Erkrankungen führen.
Typische Ernährungsfehler
Zu oft: Ständiges Essen bedeutet, dass unser Immunsystem unter Dauerbeschuss steht. Jede Nahrungsaufnahme, sei sie auch noch so klein, löst eine Reaktion des Darmimmunsystems aus und kostet den Körper wertvolle Energie.
Zu schnell: Schnelles Essen erschwert nicht nur die Verdauung, sondern führt auch dazu, dass meist mehr gegessen wird als vom Körper benötigt. Denn das natürliche Sättigungsgefühl setzt erst nach ungefähr 20 Minuten ein.
Das Falsche: Nicht nur der Essensrhythmus hat sich im Laufe der Zeit verändert, sondern auch die Nahrungsmittel, die wir auf unserem Speiseplan finden. Viele davon sind sehr kohlenhydratreich und bewirken Schwankungen des Blutzuckerspiegels sowie Heißhungerattacken. Manche Nahrungsmittelbestandteile können sogar die Darmbarriere angreifen und sie durchlässig für Krankheitserreger machen. Man spricht dann von einem Leaky-Gut-Syndrom, einem löchrigen Darm.
So optimierst du deine Ernährung
Ernährung ist individuell: Es gibt keine Ernährungsform, die für alle Menschen gleich gut geeignet ist. Denn jeder Mensch ist individuell und benötigt für seine Gesundheit die Nahrungsmittel, die zu seiner genetischen und epigenetischen Stoffwechselprägung passen. Welche Stoffwechselprägung du besitzt, kann im Labor ermittelt werden und bildet die Grundlage für deinen individuellen Ernährungsplan.
Günstig für das Immunsystem und für alle geeignet: Einige Nahrungsmittel, die für jede Stoffwechselprägung geeignet sind und sich besonders günstig auf das Immunsystem auswirken, sind Brokkoli, Lachs, Rote Bete, Spinat und Ingwer.
Langsam essen und gut kauen: Jeder kennt die Redewendung: „Gut gekaut, ist halb verdaut.“ Und das aus einem triftigen Grund, denn durch die sorgfältige Zerkleinerung und das damit verbundene Einspeicheln des Nahrungsbreis werden Verdauung und Verstoffwechselung erleichtert. Gleichzeitig wird die Produktion der Abwehrzellen im Magen-Darm-Trakt stimuliert.
Pausen: Um dem Immunsystem Phasen der Ruhe zu ermöglichen, gilt es ausreichende Pausen von vier bis sechs Stunden zwischen den Mahlzeiten einzulegen. Das bedeutet, dass maximal drei Mahlzeiten pro Tag gegessen werden sollten.
Entlastung für das Immunsystem durch Intervallfasten: Besonders entlastend für die Körperzellen und das Immunsystem ist übrigens das Intervallfasten. Hierbei werden in unregelmäßigen Abständen Phasen der Nahrungskarenz eingelegt. Ab einer Fastenzeit von 12 Stunden werden selbstreinigende Prozesse im Körper angestoßen, bei denen beschädigte Zellstrukturen abgebaut und recycelt werden. Dieser Prozess ist als Autophagie bekannt und gilt als Verjüngungskur für den Organismus.
Gerne beantworte ich deine Fragen zum Thema.
Deine Juliane Danziger



